Nicht mal Zeit für ´ne Katze – Was Bachelor-Studiengänge dem Künstlernachwuchs abverlangen

Der nachfolgende Bericht über die Muthesius Kunsthochschule in Kiel entstand 2009 im Auftrag der Kunstmarktzeitung „Kunst und Auktionen“. Veröffentlicht wurde er am 24. Oktober im ZEITVERLAG Gerd Bucerius GmbH & Co KG, Hamburg.

Im Jahr 2008 können Autos fliegen. Vor zehn Jahren nahmen Experten das an. Daran, dass das Internet die Welt im Fluge erobern würde, dachte keiner von denen, die im Auftrag des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) befragt wurden. Vor allem die soziale Komponente dieses Mediums unterschätzten alle, den nun greifbaren Erfolg von Singlebörsen, Freunde-Suchmaschinen oder globalen Business-Netzwerken wie XING, bei dem Benutzer einander nicht sehen können. Sie sprechen nicht mal mit einander. Dennoch nutzen sechs Millionen Menschen dieses Portal. Ein Wahnsinn, wer hätte sich das ausmalen können – ein Künstler? Wir hätten ihn für verrückt gehalten.

„Jede Epoche produziert eigene Fragestellungen. Vor hundert Jahren, als unsere Schule gegründet wurde, herrschte das Zeitalter der Mechanik. Hermann Muthesius rief den Werkbund ins Leben. Das war eine Reaktion auf die Folgen der Industrialisierung – wie den Mangel an Sorgfalt bei der Herstellung und den Verlust von Individualität. Diese Schule begann als <Städtische Handwerkerschule zu Kiel>. Seit 1947 trägt sie seinen Namen. Damals beschäftigte sich ein Gestalter mit Geometrie und Handwerkzeugen. Die Situation heute ist eine total andere. Wirklich aufregende Neuerungen, wahrhaftige Herausforderungen erleben wir in der Digitalisierung unserer Arbeitsinstrumente. Es entstehen Dinge, die das Auge nicht sieht, nie sehen wird, und die wir selbst mit den Händen nicht mehr herstellen. Das ist momentan die treibende Kraft in der Welt. Darauf haben wir bei der Umgestaltung zur Muthesius Kunsthochschule reagiert“, erklärt ihr erster Präsident, Prof. Dipl-Ing. Rainer W. Ernst. Bis 2004 war er Rektor der Kunsthochschule Berlin (KHB) in Weißensee. Er ist Architekt wie Reformer Hermann Muthesius.

2005 erfolgte die Anerkennung als Muthesius Kunsthochschule und ihre Aufnahme in den Kreis der 24 etablierten deutschen Kunstakademien. Die Hochschule steht seit ihrer Gründung für eine projektorientierte und praktische Ausbildung sowie den engen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden. Sie wirbt mit ihrem innovativen Studienkonzept in den Bereichen Design, Raumstrategien und Freier Kunst. Zum Wintersemester 2005 schrieben sich die ersten Studenten für die neuen Bachelor-Studiengänge Freie Kunst, Industriedesign, Kommunikationsdesign und Interior Design ein. 2007 errang die Schule das Promotionsrecht. Diesen Februar wurde Prof. Ernst zum Präsidenten gewählt. Ende des Sommersemesters absolvieren 78 junge Leute ihren Abschluss, darunter die ersten sieben Bachelor of Fine Arts (B.F.A.) und zwanzig Bachelor of Arts (B.A.). Sechs Semester brauchte jeder vor ihnen. Das entspricht exakt dem Plan.

Zu Beginn des Wintersemesters Mitte Oktober kommen weit über hundert Neue, darunter die ersten fünfzig, die einen Master anstreben. In der Kunsthochschullandschaft gehört die mit einer Gesamtzahl von 550 Studierenden eher kleine Muthesius Kunsthochschule damit zu den Vorreitern. Das Aufbaustudium mit dem Ziel Master of Arts ist auf den Zeitraum von vier Semestern angelegt. Angeboten wird Industriedesign mit den Schwerpunkten Medical Design und Interface Design. Im Kommunikationsdesign kann ein Master besondere Kompetenzprofile im Informations- und Editorial Design oder im Fach Technisches Bild erwerben. Zur Wahl stehen ferner ein Studiengang in Freier Kunst und das Master-Programm Raumstrategien, mit dem auf die zunehmende Medialisierung des öffentlichen und privaten Raumes reagiert wurde.

„Wir beschäftigen uns dauernd mit Dingen, die noch nicht sind“, erinnert Ernst und unterstreicht damit die Besonderheit der künstlerischen Hochschulen sowie der Forschung und Wissenschaft im Allgemeinen. „Das birgt ein enormes Risiko. Keiner weiß, was bei unseren Forschungen in diesem Bereich heraus kommen wird. Berufsbilder ändern sich. Zwar lässt sich eine steigende Nachfrage nach qualifizierten Hochschulabsolventen in diesem interdisziplinärem Bereich feststellen. Aber ob wir mit unserem bewusst transdisziplinären Curriculum richtig liegen, läßt sich erst im Rückblick beurteilen.“ Er bringt Erfahrungen aus Berlin mit. An der KHB Weißensee gibt es <Raumstrategien> als zweijährigen Masterstudiengang. Den leitete er früher. Voraussetzung für die Bewerbung ist dort, neben der auch in Kiel üblichen künstlerischen und wissenschaftlichen Eignung sowie dem abgeschlossenen Hochschulstudium, ein Mindestalter von 25 Jahren samt berufspraktischer Erfahrung über mindestens ein Jahr. Die Teilnahme am Ausbildungsprogramm in Berlin kostet 1.000 Euro pro Semester.

Wer in Kiel angenommen wurde, zahlt nichts dazu, sondern trägt lediglich seine Materialkosten. Bei Abschlussarbeiten summieren sich die allerdings zu hohen Beträgen. Tausend Euro sind im Industriedesign flugs verbraucht. Glücklich, wer mit seiner Arbeit eine der viel zu wenigen, dotierten Auszeichnungen im Kunst- oder Designbereich gewinnen kann, um Schulden zu tilgen. Denn nebenher zu arbeiten, ist beim Bachelor-Studium nahezu unmöglich.

Staatliches Kindergeld plus BAföG, ab und an mal einen Nebenverdienst am Wochenende, knapp 700 Euro im Monat reichen zum Studieren in Kiel, sagen die, die es wissen müssen. Es sind angehende Drittsemester. Üppig sei das nicht, und wenn man nicht über die Krankenkasse der Eltern mitversichert ist, dann wird es verflixt eng. „Besonders schwer haben es jene, die die Regelstudienzeit von sechs Semestern überschreiten“, denkt jemand im Arbeitsraum laut nach, „und dann ohne finanzielle Unterstützung ihr Studium zu Ende bringen müssen.“ Wie soll das bloß gehen? Na, den Gedanken streichen wir jetzt besser. So etwas wird schon nicht passieren. Kennt Ihr Studenten, die zwischendurch Eltern wurden? „Ja, eine Frau, die hat dann ihr Studium abgebrochen“, erinnert sich Kim, „da ist keine Zeit für.“ Und Maria ergänzt: „Du findest nicht mal Zeit für ´ne Katze“. Schallendes Gelächter.

Einblick – Ausblick

Die beiden gehören zum Team aus sieben Studierenden, die zum Ende des vergangenen Semesters „Einblick – Ausblick“ organisierten, die traditionelle Jahresausstellung der Kunsthochschule. Für dieses Engagement ging das Halbjahr drauf. Ihr Einsatz soll mit Credits belohnt werden. Das sind Anrechnungspunkte (ECTS) für Projektarbeit, von denen jeder am Ende des Studiums 180 vorweisen muss. Für dreißig Stunden gibt es einen Creditpoint. Auf 13 pro Kopf hofft die Gruppe. Genaueres weiß niemand. Noch ist vorlesungsfreie Zeit. Wie war die zusätzliche Arbeit zu bewältigen, neben dem festen Curriculum? „Die Professoren kamen uns dadurch entgegen, dass wir Projektarbeiten später als andere nachreichen dürfen“, gibt das Team Auskunft.

Lisa zeigt den letzten Stundenplan für Zweitsemester im Kommunikationsdesign. Blankes Entsetzen: Das sieht aus wie die schlechte Fortsetzung von Schule! Über die Werktage verteilt finden sich jeweils zwischen 9 und 21:30 Uhr Blöcke mit Doppelstunden. Dienstags und mittwochs allein fünf hintereinander, unterbrochen von halbstündigen Pausen für den Raumwechsel sowie der Mittagspause. Lisa rechnet alle ihre Pflichtstunden zusammen und kommt auf 26,5 pro Woche. Dazu belegte sie Wahlkurse. Fachenglisch ist beliebt. Manche Kurse werden bloß einmal im Jahr angeboten. Entscheidet sie sich aus Zeitmangel dagegen, muss sie lange auf die nächste Chance warten. Nebenher soll sie selbständig Aufgaben bearbeiten. „Es ist eigentlich mehr als ein Vollzeitjob“, meint sie. „Das Problem ist, dass wir so viele verschiedene Sachen machen müssen und nichts richtig vertiefen können“, gibt Maria zu bedenken. Sie studiert Interior Design. „Da hat man keine Zeit für eigene Recherchen oder sich selbst mal etwas beizubringen. Man macht alles nur so gut wie es eben geht. Habe ich dazwischen mal ´ne Stunde Leerlauf, stehe ich trotzdem unter Strom und denke, was mache ich denn jetzt. Ich muss doch irgendwas machen. Das geht doch nicht.“ Marleen pflichtet Maria bei: „Man wird darauf getrimmt, oft zu arbeiten und viel“. Was ist mit Schwänzen? „Das merken die“, wirft Kim ein, „es sind ja kleine Gruppen“. Lisa gibt ein Beispiel: „Man war zweimal nicht da bei der öffentlichen Korrektur, die anderen machen Fortschritte im Projekt und Du hast Deines drei Wochen nicht gezeigt, dann hat man schon seinen Rüffel weg: Es wäre doch jetzt wichtiger, sich auf die Uni zu konzentrieren und so…“ Das sei aber kein Stress, eigentlich auch notwendig und Fehlen ohnehin doof, weil jeder sich auf das Treffen freue. Am Rand ergäben sich Privatgespräche, und man verabrede sich zu Arbeitsgruppen, um sich gegenseitig zu motivieren. Wenn die funktionierende Gemeinschaft ein solch entscheidender Faktor in diesem System ist, wie leicht fällt der Wechsel an eine andere Hochschule, zum Beispiel für ein Auslandssemester?

Vergleichbarkeit zu schaffen, war das eine, was sich EU-Politiker 1998 dabei dachten, als sie festlegten, bis zum Jahr 2010 alle Hochschulen im EU-Raum einheitlich umbauen zu lassen für ein System aus Bachelor- und Master-Abschlüssen. Die Mobilität anzuregen, war das andere. „Ich werde nicht wechseln“, weiß Maria, „anderswo gibt es entweder gar kein Interior Design oder ich muss für das Studium zahlen wie in Hamburg. Da wäre mein BAföG weg“. Nach einer Pause ergänzt sie: „Eigentlich ist die Idee vom Bachelor, dass immer alle Module von denen, die dasselbe studieren, zusammen passen. In Wirklichkeit ist das aber gar nicht so.“

Auf der Webseite der Kunsthochschule finden sich Berichte von Studierenden, die den Schritt trotzdem gewagt haben. Hannes war bei der Partneruni in Bergen. Norwegen gehört nicht zur EU. Durch den schlechten Umrechnungskurs des Euro zur Norwegischen Krone sind die Lebenshaltungskosten dort fast doppelt so hoch. Auch Hagen würde am liebsten nach Skandinavien. Er hat sich Stockholm ausgeguckt: „Der Studiengang Grafikdesign und Illustration ist von den Inhalten her unserem hier sehr ähnlich. Portfolio erstellen, Letter of Motivation schreiben – nächste Woche muss beides noch rausgehen. Ich will im nächsten Sommersemester weg sein.“ Um sein Studium in der Regelstudienzeit abschließen zu können, will Hagen sich von den Professoren Hausaufgaben mitgeben lassen, die er dort erledigen kann. „Man braucht eine bestimmte Anzahl an Credits, damit einem das Semester anerkannt wird. Ich will im 3. und 5. Semester ein paar Kurse aus dem 4. mitnehmen, um genügend Credits anzusammeln.“ Hagen organisiert das alles auf eigene Faust. Die Hochschule besitzt in seinem Fall keine Kontakte, die er nutzen könnte. Sollte seine Bewerbung in Schweden keinen Erfolg haben, geht er nach Maastricht: „Da ist eine Partnerhochschule von uns, angebunden über das ERASMUS-Programm.“

Hochschule nach der Hochschule

„Angeblich ist der Bachelor nichts Halbes und nichts Ganzes“, schildert Marleen die aktuelle Lage: „Das ist unglaublich. Wenn man quasi ausgelernt hat, kommt man nicht sofort in den Beruf rein sondern wird gezwungen, erst einmal ein Praktikum zu machen. Das wird selbst unseren Diplomern abverlangt.“ Praktika dieser Art dauern in der Regel ein halbes bis ein ganzes Jahr. Ein festes Arbeitsverhältnis entsteht nicht. Lisa vermutet: „Anscheinend lohnt sich das für die Firmen anders nicht. Ein bis zwei Monate in der vorlesungsfreien Zeit wären für mich genug, um ein Gefühl für die Firma und die Jobs zu bekommen.“ Für die Bewerbungsmappe springt meist nichts dabei heraus, wissen die Studierenden. Maria merkt an: „Du bearbeitest pro Tag hundert Bilder über Photoshop oder kochst Kaffee. Was soll das in der Mappe, mit der ich mich um einen Master-Platz bewerbe?“

Vieles hat sich geändert für die Gestalter und Künstler von morgen, nur eines nicht: „Alles geht über die Mappe. Welche Agentur kümmert sich um den Notendurchschnitt oder die Urkunde? Zu neunzig Prozent zählen die Arbeitsproben, die daneben liegen“, merkt Tim Albrecht an. „Und auch die Hochschulen suchen sich ihre Studierenden danach aus.“

Aktiv beteiligte sich der Graphikdesigner während seines Studiums und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Ausschüssen an der Umgestaltung der Kieler Kunsthochschule. Die Drittsemester kennen ihn und loben seine Einführungskurse zum neuen Modulsystem. Seit einem Jahr lehrt er an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Den aktuellen Stand kenne er nicht, kann aber grundsätzlich die Schwächen der Kieler Lösung benennen: „Das ist die leistungsbezogene Mittelzuteilung vom Land, manifestiert im neuen, 2007 verabschiedeten Hochschulgesetz und ihre strenge, formale Umsetzung innerhalb der Hochschule. Das hat zur Folge, dass immer mehr junge Leute sich die bestehenden Kapazitäten teilen müssen. Denn das war die entscheidende Voraussetzung für die Freigabe aller Pläne durch die Landespolitik: Der Umbau zur Kunsthochschule sollte kostenneutral erfolgen. Personalkosten steigen in der Regel schneller an als das Gesamtbudget der Hochschule, daher schrumpfen die Mittel für Investitionen, Projekt- und Sachmittel.“

Und so teilen sich bei stetig steigenden Immatrikulationszahlen nun bereits zwei Studierende einen Computerarbeitsplatz. „Alle können keinen Master machen. Die personelle Ausstattung reicht gar nicht, um in jedem der Schwerpunkte Typographie, Foto, Konzeption und Entwurf, Digitale Medien, Time Based Media einen Abschluss anzubieten“, vermutet Tim Albrecht mit Blick auf das Kommunikationsdesign. Daher stieg der Druck, in einem fest gesetzten Zeitrahmen das Studium tatsächlich abzuschließen und die Hochschule munter in Richtung Arbeitsmarkt zu verlassen. „Mehr Abschlüsse in geringerer Zeit bei stagnierendem Budget“ bringt Tim Albrecht das Programm der schleswig-holsteinischen Bildungspolitik auf eine Formel. Eines erstaune ihn bei den bisherigen Abschlüssen: „Das hohe Qualitätsniveau der Abschlussarbeiten. Die frischen Graphiker aus Kiel können sich neben denen aus anderen Hochschulen durchaus sehen lassen.“

Transversale Querschnittskompetenz

Er führt das unter anderem auf den Geist der Schule zurück, die Gemeinschaften in den Arbeitsräumen, das gute Umgangsklima der Studierenden untereinander, aber auch zu deren knapp dreißig Professorinnen und Professoren, den erfahrenen Werkstattleitern und Lehrbeauftragten.

„Wer wirklich Kunst macht, der weiß, was er braucht. Die Schule dient in erster Linie als kreativer Pool, als ein Ort, wo Raum und Zeit zur Verfügung gestellt werden, wo Kunststudenten sich ganz ihren Ideen, der Umsetzung und Reflexion der eigenen Arbeit durch einen Dozenten und den Mitstudenten hingeben können“, sagt Anna Straube. Sie studierte bis 2004 Freie Kunst auf Diplom in Kiel. Die freischaffende Malerin lebt heute in Berlin. Gemeinsam mit Tim Albrecht und anderen Studierenden entwarf und kämpfte sie damals für ihr Idealbild von einer Kunsthochschule, ohne es umsetzen zu können. „Das heutige System geht auf Kosten der Unschuld. In der Malerei brauche ich Zeit, die Techniken zu erlernen und ein Repertoire zu entwickeln, um überhaupt alles malen zu können, was ich will. Vorher brauche ich nicht auszustellen. Ein guter Professor erkennt das und bewahrt mich vor zu schnellen Schritten. Jeder hat dabei sein eigenes Tempo. Wer kürzer studieren wollte, konnte das. In der Regel dauerte es zehn bis zwölf Semester, bis man seinen Schutzraum Richtung Kunstmarkt verlassen konnte. Da herrscht der freie, auch chaotische Kapitalismus, der wie ein Tier gierig seine Beute verschlingt: den unverbrauchten, exzellent ausgebildeten Nachwuchskünstler. Eigentlich bräuchte es für diese Art Studium eine Altersbeschränkung: Bitte nicht vor Vollendung des 24. Lebensjahres bewerben.“ Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums klopfen bereits Bewerber an, die noch nicht volljährig sind. „Wir veranstalten hier kein Formel-Eins-Rennen, wo bei gleicher Rennstrecke immer neue Streckenrekorde gebrochen werden“ – in Rainer W. Ernst scheint sich die Muthesius Kunsthochschule einen Präsidenten mit riesigem Schutzmantel gewählt zu haben. Er wirkt fest entschlossen, als er sagt: „Hochschullehrer sind keine Erfüllungsgehilfen der Politik. Im neuen System gibt es manch gute Entwicklung, beispielsweise den Hochschullehrer auf Zeit; und der Verschlampung von Mitteln und Ressourcen wird ebenfalls Einhalt geboten. Aber die vielen Kontrollen und der Leistungsdruck, den die Politik augenblicklich erzeugt, tut dem System nicht gut. Das Land kann eigentlich stolz sein. Es gibt hier vieles, womit man punkten könnte, wenn man es beherzter anpacken würde. Ein Grund, sich für Kiel zu entscheiden, waren für mich die Exzellenz-Cluster, die Kooperationen zwischen den Hochschulen im Land, wie bei dem Projekt „Future Ocean“, an dem wir ebenfalls beteiligt sind. Hochspezialisierte Fachkräfte aller Disziplinen kommen dort zusammen. Da geht es vor allem um eines: unser Wissen und die gemeinsame Erforschung der Welt.“

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panama

das; Abk. f. Panorama (griech.). Unter diesem Namen postet Daniela Mett vermischte Nachrichten aus der bewohnten Welt des Nordens bis hoch nach Tromsö. Die ausgebildete Magazinjournalistin berichtet frei und unabhängig. Sie hat sich in 30 Berufsjahren spezialisiert auf Reportagen und Interviews.