Wissenschaft und Braukunst vereint – mit Jan Czerny und Torge Ulke im Gespräch über Bier

Auf dem Areal der einzigen Seefestung Deutschlands brauen die Czernys Bier. Wir trafen uns mit Kreativbrauer Jan Czerny und dem Kieler Bierblogger Torge Ulke zum Talk über das deutsche Kulturgut. Im Mittelalter galt Bier als Grundnahrungsmittel. Durchschnittlich 300 bis 400 Liter trank jeder Deutsche pro Jahr − einschließlich der Schwangeren und Kleinkinder. Bis heute ist Bier ein Aushängeschild jeder Region. 

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Das Leben geht weiter – Herbstauktion bei Schramm

Wertvolle Bücher, Gemälde und Handschriftliches kommen in Kiel zur Auktion

Am 21. November kann die Herbstauktion des Kieler Antiquariats Schramm trotz des erneuten Teil-Lockdowns wie geplant stattfinden. Sie wird wie immer live per Video übertragen. Gebote dürfen vorab schriftlich per Post, Mail oder Fax sowie bei laufender Auktion telefonisch abgegeben werden. Allein die Anzahl der Saalbieter ist dieses Mal beschränkt. Sie müssen ihren Besuch in den Auktionsräumen vorab anmelden. Um allen Interessenten die Chance zu einer Vorbesichtigung zu geben, öffnete Daniel Schramm sein Auktionshaus schon Wochen vor dem Auktionstermin. Die rege Nachfrage dabei lässt bereits erkennen, wo Bietergefechte zu erwarten sind.

Ganz vorn in der Publikumsgunst liegen Gemälde dänischer und norddeutscher Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Diese Abteilung umfasst rund 100 Werke, darunter vier Werke der neben Hans Olde fraglos größten Autorität unter den damaligen Malern Schleswig-Holsteins: Hans Peter Feddersen. Seine in Freilichtmanier gehaltene „Schleuse bei Borgsiel“ oder sogar Heinrich Bluncks „Fischerhäuser“ von 1925 hätten es auf den Titel des knapp zweihundertseitigen Auktionskataloges geschafft, wären nicht mehrere Arbeiten prominenter Dänen eingeliefert worden. Dazu zählen Anton Melbyes „Strandlandschaft mit Steilküste“ und Peder Mork Mönstedts schön gerahmter „Blick nach Aalborg“ von 1885. Letzterer machte das Rennen um den Vorderdeckel. Mit einem Schätzwert von 8.000 Euro ist diese Landschaft in Öl eines der aktuell kostbarsten Stücke in der Rubrik Kunst, einzig getoppt von einem Aquarell des Schriftstellers Herman Hesse – eine vollgültige Rarität, deren Wert doppelt so hoch taxiert wird.

Eröffnen wird Daniel Schramm seine Auktion mit der Versteigerung von Büchern. Zum Aufruf kommt unter anderem der dritte und letzte Teil einer kostbaren Privatsammlung. Dessen früherer Besitzer besaß ein Faible für Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts. Alles was lieb und teuer ist, versammelte sich auf seinen Bücherregalen. Allein von Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ kommen acht verschiedene illustrierte Ausgaben zum Aufruf, darunter die Erstausgabe in französischer Sprache. Im Katalog steht sie für 800 Euro. Das könnte mehr werden, vermutet Schramm.

Fraglos hat auch das Konvolut zahlreicher Briefe und Postkarten von und an Max Brod seinen Wert für Anleger. Zu erwarten wäre aber auch ein Gebot von Seiten der Wissenschaft für die mehr als 60 Lose. Sie geben einiges preis über den Schriftsteller, der sich als Herausgeber, Bearbeiter und Interpret des Werkes von Franz Kafka verdient gemacht hat. Auf einer Postkarte aus dem Jahr 1914 stoßen wir gar auf Hate Speech. Kollege Karl Kraus soll Brod als „miserablen Skribifax“ bezeichnet haben. Durch ihn erkennen wir: „Das Leben geht weiter. Als es erlaubt ist“.

Auktion 88 – 21. November 2020 von 9:30 Uhr bis ca. 17 Uhr im Auktionshaus Schramm, Feldstrasse 88, 24105 Kiel

Kunst im digitalen Raum

Rundgänge in 3D, Virtual und Augmented Reality – weltweit bauen Museen ihre Online Angebote zum Kunstgenuss aus

Der nachfolgende Bericht entstand im Auftrag der Kunstmarktzeitung „Kunst und Auktionen“. Veröffentlicht wurde er am 24. April 2020 im ZEITVERLAG Gerd Bucerius GmbH & Co KG, Hamburg.

Am Ostermontag hatte es Geburtstag. Das Metropolitan Museum in New York wurde 150 Jahre. Doch die Feier blieb vorerst aus. Seine Türen sind dicht. „Closed but open“ verkündet die Direktion über Social Media. Mit diesem Verweis auf das Internet vertröstet nicht nur einer der ganz großen Kunsttempel Amerikas seine Fans. Die Hashtags #museumfromhome und #closedbutopen machen weltweit die Runde.

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Disney und Dystopie − Rachel Maclean in Kiel

In den überzuckerten Filmwelten der schottischen Multimedia-Künstlerin Rachel Maclean ist nichts, wie es scheint.

Der nachfolgende Bericht über die Ausstellung in der Kunsthalle zu Kiel entstand im Auftrag der Kunstmarktzeitung „Kunst und Auktionen“. Veröffentlicht wurde er am 9. April 2020 im ZEITVERLAG Gerd Bucerius GmbH & Co KG, Hamburg.

Genau genommen ist ihr Umfang spärlich − bloß eine Handvoll Werke! Was diese Schau wirklich großartig macht, ist neben ihrem Ausstellungsdesign die Tatsache, dass in ihr hochaktuelle Diskurse zusammen treffen.

Zero natürlich – Null Abfall. Kiel auf dem Weg zur Zero Waste City

Dieser Artikel über die Stadt Kiel auf dem Weg zur Zero Waste City wurde erstellt im Januar 2020 im Auftrag der Redaktion „woman in the city“, Verlag magz medien, Laboe. Abgedruckt in der Ausgabe Februar 2020.

Auf Beschluss der Ratsversammlung bereitet Kiel seine Aufnahme in das Programm der Zero Waste Cities vor. Was heißt das? Unser Abfall wird nicht mehr verbrannt, vergraben oder verladen und anderswo zur Entsorgung hingekarrt. Im besten Fall entsteht er gar nicht erst.

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Südafrikas Spitzenweine – zu Besuch bei Waterford in Stellenbosch

Anfang April stand bei uns der Frühling in den Startlöchern. In Südafrika ist das andersherum. Da setzt der Winter zum Sprung an. In den Weinbergen herrscht Ruhe. Für mich der perfekte Zeitpunkt, um zu schauen, wo unsere Lieblingsweine reifen – der zweite Besuch führte mich in die Region Stellenbosch zum Waterford Estate.

Erstellt im Auftrag von Vinexus Deutschland GmbH für das Vinexus Weinmagazin.Die Vinexus Gruppe gehört mit knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den führenden europäischen Online-Händlern für Wein. 

Südafrikas Spitzenweine – zu Besuch bei Bouchard Finlayson in Hemel-en-Aarde

Anfang April stand bei uns der Frühling in den Startlöchern. In Südafrika ist das andersherum. Da setzt der Winter zum Sprung an. In den Weinbergen herrscht Ruhe. Für mich der perfekte Zeitpunkt, um zu schauen, wo unsere Lieblingsweine reifen – zuerst ging es in die Region Walker Bay zum Weingut Bouchard Finlayson.

Erstellt im Auftrag von Vinexus Deutschland GmbH für das Vinexus Magazin. Die Vinexus Gruppe gehört mit knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den führenden europäischen Online-Händlern für Wein. 
 
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Nebenwirkungen oder Von Bücherdieben und der Kraft geschriebener Worte

Kolumnenbeitrag für die Fachzeitung „Kunst und Auktionen“, erschienen am 2. Mai 2011 im ZEIT Kunstverlag, Hamburg.

 

Legen Sie sie weg, diese Kolumne. Sofort. Lesen Sie keinesfalls weiter! Sie gefährden Ihre Gesundheit. Stopp jetzt!! Nebenwirkungen oder Von Bücherdieben und der Kraft geschriebener Worte weiterlesen

Friesisch herb – Das Museum Kunst der Westküste auf Föhr

Der nachfolgende Bericht über die Eröffnung des Museums mit einer ersten Sammlungspräsentation unter dem Titel „Von Bergen nach Bergen“ erschien am 18. September 2009 in der Nummer 18 der Kunstmarktzeitung Kunst und Auktionen aus dem ZEIT Verlag in Hamburg.

Laut knattert ein Militärhubschrauber über den Nationalpark Wattenmeer heran. Sein Ziel ist Föhr: 10.000 Einwohner, zwanzig Kilometer Entfernung bis zur dänischen Grenze. Er bringt Besuch zur Insel – mit Sicherheit Margethe II., Königin von Dänemark. Später lesen wir im Nordfriesischen Tageblatt, Hoheit kam nicht allein. Mit ihr erschien die Königin von Bhutan zur Einweihung des Museums Kunst der Westküste in Alkersum sowie Verlegerin Friede Springer, auf Föhr geboren, die der Sammlung einige Kunstwerke aus eigenem Besitz zum Geschenk machte.

Die Ferieninsel Föhr gehört zu Friesland. Diese Region bildet eine eigene Welt, angereichert mit fremden Begriffen wie Diele, Priel und Siel, in der ein Friese bloß die Marsch, aber ungern die Geest betritt als wäre dort oben ,,di düwel“ los. Er lebte auf Warften, betrieb Werften. Jedoch im Winter nicht, da hockte er, Grog schlürfend, in seinem Pesel. ,,Liawer duad as slaof‘, verkündet der friesische Wappenspruch. Seine Freiheit und Selbstbestimmung gingen dem Friesen einst über alles. Darauf folgten traditionell die Gastfreundschaft und prinzipiell die Weltoffenheit. Wer diese Werte derzeit sucht, benötigt ein extrem starkes Vergrößerungsglas. Darunter erkennen wir auf einen Blick drei Frieslande: das der Westfriesen, der Ostfriesen und der Nordfriesen. Erstere sind Niederländer. Sie leben auf Inseln nördlich Bergen aan Zee. Ihr Gebiet erstreckt sich bis hinauf zur Emsmündung. Daran schließen sich die ostfriesischen Inseln an, eine Kette aus elf Gliedem, vier davon unbewohnt. Der Ostfriese ist Niedersachse. Der Nordfriese lebt im Nordwesten Schleswig-Holsteins. Alle Friesen waren einst eichenharte Seefahrer. Ihre Geschichte begann im frühen Mittelalter und ähnelt der ihrer Brüder entlang der Westküste über das dänische Kap Skagen hinaus bis hoch nach Bergen in Norwegen. Sturmfluten, Hunger und andere Katastrophen hinterließen ihre Jahresringe am Familienstammbaum. Spaß kam selten auf, heißt es. Das prägt. Der gemeinsame Kampf bindet. Zur Verständigung entlang der Achse Bergen bis Bergen reicht ein Kopfnicken. Eine Kooperation aus Dänen, Deutschen und Niederländern erreichte im Juni weltweit Anerkennung des Wattenmeeres als schützenswerte Zone.

Das Jubelbanner ,,Wir sind Weltnaturerbe“ baumelte noch am Leuchtturm, als ganz Friesland die Eröffnung des Museums von Alkersum feierte. Mit ihm wächst der friesischen Bewegung ein neues kulturelles Zentum heran. Es wird kooperieren, zunächst mit dem Carl Haeberlin Friesen-Museum in Wyk, später vermutlich mit ähnlichen Einrichtungen auf Nachbarinseln und dem Festland. Während des Festakts äußerte der niederländische Botschafter bereits konkret den Wunsch nach Zusammenarbeit.

Mit Volkskunde beschäftigen sich 26 Museen allein im Kreis Nodfriesland. Der Friese pflegt seine Tradition. Niemals vergisst er seine Herkunft. Das bewies Friedrich Paulsen. In Schweden gründete er seinen Pharmakonzern. Ferring International Center S. A. heißt die international erfolgreiche Holding. Sie hat heute ihren Firmensitz bei Lausanne in der Schweiz, besitzt ein Research & Development Center im Medicon Valley von Schonen am Öresund und eine Vielzahl an Produktionsstätten zwischen Kiel und Tokyo. Friedrich Paulsen wurde am 31. Juli 1909 in Dagebüll geboren, einem Inselfährort auf dem friesischen Festland. Seine Eltern stammten beide von Föhr. Von ihnen lernte er, dass ,,Fering“ mehr ist als die Sprache der Föhrer, nämlich eine historisch verankerte Grundhaltung zum Leben, die sich in allerlei kulturellen Leistungen ausprägt. Paulsen starb 1997 auf Föhr. Bereits während seines Medizinstudiums in Kiel soll er sich für den Schutz von Minderheiten eingesetzt haben. 1933 bis 1935 saß er dafür in Haft. Danach drohte ihm Einweisung ins KZ, der er durch Flucht in die Schweiz entging. An der Gründung des Nordfriisk Instituut 1948 war er maßgeblich beteiligt. 1988 errichtete er seine Stiftung in Alkersum. Das neue Museum ist ihm gewidmet, Museumsstifter sein Sohn Frederik Paulsen.

Knapp 17 Prozent der Baukosten von insgesamt 13,2 Mio € steuerte der Staat bei. Dahinter verbergen sich Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Den Museumsunterhalt und die Weiterentwicklung der Sammlung will die gemeinnützige GmbH Det Paulsen Legaat allein bestreiten. Sein Jahresbudget bezifferte Gründungsdirektor Thorsten Sadowsky auf 1,3 Mio €. Er rechne mit Einnahmen durch etwa 30.000 Besucher pro Jahr, erklärte er während der Pressekonferenz. Zwei Wochen nach der Eröffnung wurde bereits der zehntausendste
Besucher erwartet. Seine Rechnung könnte also aufgehen.

Für den Ankauf beauftragte der Museumsstifter Experten mit der Suche nach künstlerischen Arbeiten, die die Lebenswelt der Küsten- und Inselbewohner dokumentieren. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin sollte es realistische Malerei sein. Derzeit gehören 480 Positionen aus dem Zeitaum 1830 bis 1930 zum Bestand. Im Fokus standen maritime Motive, vorrangig idealisierende Gemälde, die im Siegeszug der Freilichtmalerei die Metropolen erreichten und dort für das einfache, naturnahe Leben warben. Alle Kunstwerke wurden in der Rekordzeit von nicht einmal zehn Jahren für das Museum erworben. Über die Höhe des Ankaufetats schweigen die Referenten. Hans Edvard Nørregard-Nielsen, Direktor einer der größten dänischen Kulturstiftungen, dem Ny Carlsbergfondet, soll bei der Recherche nach verfügbaren Bildern geholfen haben. Ebenso Renée Smithuis, niederländische Sammlerin und Kennerin der Bergener Schule, sowie Ullrich Schulte-Wülwer, Kunsthistoriker und seit über 25 Jahren als Direktor des Städtischen Museums für die Ausstellungsarbeit des Flensburger Museumsbergs zuständig. Er trug maßgeblich zur Entwicklung und Realisation des Föhrer Museums bei. Bis zu seiner Entlassung in den Ruhestand Ende des Jahres bleibt er in Flensburg. Danach geht er offiziell als Direktor ans Museum Kunst der Westküste und löst Sadowsky ab, der Direktor des Ulmer Museums und somit Nachfolger Brigitte Reinhardts wird.

,,Von Bergen bis Bergen“ lautet der Titel der ersten Sammlungspräsentation. 250 Graphiken und Gemäde wurden dafür ausgewählt. Das Kennenlernen mit dem Haus sei noch nicht abgeschlossen, bekannte Sadowsky während des gemeinsamen Gangs durch die Säle mit zusammen 900 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Architekt Gregor Sunder-Plassmam berücksichtigte beim Entwurf die, wie er es nannte, ,,Maßstäblichkeit der Insel“. Das Inseldörfchen Alkersum zählt rund vierhundert Einwohner. Ein Solitär wäre seiner Meinung nach völlig fehl am Platz gewesen. Daher arrangierte er ein Ensemble aus sechs Baukörpern und verband diese durch Gänge zu einer ,,Perlenschnur“. Ausgangspunkt ist die Museumswirtschaft Grethjens Gasthof, ein Bau im Stil friesischer Herrenhäuser, wie schon vor vielen hundert Jahren aus eher weichem Ölandstein und hartem Eichenholz, errichtet auf dem historischen Platz dieses einst wohl legendären Dorfmittelpunkts. Es war der Wunsch des Stifters, diesen Ort wieder zu beleben und ihn den Insulanern als Raum für ihre Feste und Feiern zurückzugeben. Gäste werden der Tradition gemäß in einer großzügig geschnittenen Diele empfangen, von der Wege in die Gastwirtschaft und ins Museum führen.

Aktuell ist die Ausstellung nach topographischen Gesichtspunkten gegliedert. Sie entspricht einer Reise entlang der Küste. Auf den Hauptsaal mit Ansichten der deutschen Küste folgen die Niederlande, Dänemark und Norwegen mit länderspezifischen Schwerpunkten, die sich aus der jeweiligen Kunstgeschichte ergeben. Mit Anna und Michael Ancher, Max Beckmann, Johan Christian Dahl, Peder Severin Krøyer, Christian Krohg, Max Liebermann, Emil Nolde und Edvard Munch sind wichtige skandinavische und deutsche Künstler vertreten. Die niederländische Malerei wird repräsentiert durch den Romantiker Andreas Schelfhout und bedeutende Vertreter der Haager Schule, wie etwa Jozef Israëls und Hendrik Willem Mesdag. Zum Bestand zählen des weiteren Werke von Johan Barthold Jongkind und Eugène Boudin, die als Wegbereiter des Impressionismus gelten und von zentraler Bedeutung für die Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei waren. Einen Schwerpukt stellt schließlich die nordfriesische Malerei dar, mit Otto Heinrich Engel und Hans Peter Feddersen gut verteten.

Am Blauen Saal ist das Ende der Reise erreicht. Thorsten Sadowsky erinnerte an die abendliche blaue Stunde, zu der sich traditionell alles zum Klönen an der Warft trift. Ultramarinblau leuchtet der Projektraum. Gestaltet wurde er von Bühnenbildnerin Birgit Angele. Föhrer Kinder schrieben für ihre kleinen Gäste Geschichten über ihre Insel auf. Diese können dort gelesen und beantwortet werden. Geplant ist auch, einen Audio-Guide zur Sammlung von Kindern für Kinder gestalten zu lassen. Wir sehen: Alle Instrumente des Museums stehen auf Dialog. Denn ein Blick nach Sylt zeigt den Friesen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Kapital ihr Land holt, gewaltiger als jede Sturmflut. Bald spiele der Insulaner nur noch eine Rolle in kauzigen Geschichten, die auf folkloristischen Heimatabenden vor Gästen zum Besten gegeben werden, klagt die Sylter Presse. Das Seebad Wyk auf Föhr war eines der ersten Nordseebäder. Besucher kamen, weil sie das Idyll im Wattenmeer von Gemälden kannten.